Die Pyrenäen in ihrer Vielseitigkeit: Die Geographie der Pyrenäen
Die Pyrenäen sind eine Gebirgskette, die vor circa 50-100 Millionen Jahren entstanden ist. Sie verläuft zwischen Spanien und Frankreich. Das 430km lange Faltengebirge trennt damit die Iberische Halbinsel vom übrigen europäischen Festland. Weiterhin werden die Pyrenäen in vier Bereiche unterteilt: die westlichen und atlantischen Pyrenäen, die Hochpyrenäen sowie die östlichen Pyrenäen. Dabei bestehen die westlichen Pyrenäen vor allem aus Kalkstein und die Zentralpyrenäen aus Granit. Die Hochpyrenäen beginnen im Westen beim Port de Canfranc und enden im Osten in einem Tal namens Val d'Aran. Innerhalb der Gebirgskette gibt es zahlreiche Gipfel über drei km Höhe, der höchste von ihnen ist der Pico de Aneto (3404m). Einige dieser hohen Berge sind noch aus der Würmeiszeit vergletschert, was jedoch teilweise durch die klimatischen Veränderungen zurückgegangen ist.
Die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Pyrenäen
Die Gebirgskette stellt nicht nur eine geographische Grenze zwischen Frankreich und Spanien dar, sondern auch eine politische. Innerhalb der Pyrenäen liegt zudem ein kleiner Fürstenstaat namens Andorra. Das Faltengebirge hat dabei eine kulturell verbindende Wirkung, da in diesem Gebiet dieselben Sprachen angewendet werden. Weiterhin dienen die Pyrenäen zum Betreiben von Weidewirtschaft (Ziegen, Schafe, Rinder), und der daraus folgenden Käseherstellung, bei der die Höhlen in den kalkreichen Westpyrenäen zur Reifung genutzt werden. Bekannte Beispiele für Käsesorten aus dem Gebirgsgebiet sind der Ossau-Iraty Brebis-Pyrénées aus Schafsmilch sowie der Pyrenäenkäse aus Kuhmilch. Neben der Weidewirtschaft wird an den Vorgebirgen der Pyrenäen allerdings auch Weinbau betrieben.
Die Tier- und Pflanzenwelt der Pyrenäen
Auf französischem Gebiet sind noch einige Braunbären in dem Faltengebirge ansässig. Weiterhin stellen die Pyrenäen Lebensraum für die Pyrenäengemse und den bedrohten Pyrenäen-Desman, eine Maulwurfart, dar. Ursprünglich nicht heimische Murmeltiere aus dem Alpenraum konnten sich ebenfalls dort ansiedeln. Neben den Säugetieren haben aber auch verschiedene Vogelarten wie Steinadler oder Bartgeier und Insekten, vor allem Schmetterlinge, ihren Lebensraum in den Pyrenäen. Interessant ist zudem die vielfältige Pflanzenwelt mit etwa 4500 Pflanzenarten, von denen etwa 150 noch aus der Eiszeit während des Pleistozäns stammen und nur im Gebiet der Pyrenäen vorkommen wie die Pyrenäen-Lilie. Aufgrund der biologischen Vielfalt der Pyrenäen, wurden drei Nationalparks geschaffen. Der älteste von ihnen ist der 1917 eröffnete Ordesa y Monte Perdido, der zugleich mit einer Fläche von 156m² der kleinste der drei ist.